Was Rentabilität misst
Eine Rentabilitätsrechnung misst, wie viel Gewinn ein Unternehmen im Verhältnis zu den eingesetzten Mitteln erzielt. Sie beantwortet nicht die Frage, ob ein Geschäft groß ist, sondern ob es sich rechnet. Zwei Betriebe können denselben Umsatz machen und dennoch sehr unterschiedlich rentabel sein, weil der eine mehr Kapital, Zeit oder Material einsetzt als der andere.
Für kleine Unternehmen ist die Rentabilitätsplanung kein Rechenkunststück. Sie ist die Vorbereitung einer Entscheidung. Wer einen Preis festlegt, eine Investition prüft oder eine Sparte aufgibt, braucht eine belastbare Vorstellung davon, was die Sache unter dem Strich bringt.
Dabei ist Rentabilität nicht mit Umsatz zu verwechseln. Ein wachsender Umsatz kann mit einer sinkenden Rentabilität einhergehen, wenn er nur über höheren Aufwand erkauft wird. Genau dieser Unterschied bleibt im Alltag oft unsichtbar und wird erst sichtbar, wenn man ihn ausrechnet.
Schritt 1: Erträge planen
Die Rechnung beginnt bei den Erträgen. Für den betrachteten Zeitraum werden die erwarteten Umsätze zusammengestellt, getrennt nach Produkten, Leistungen oder Geschäftsbereichen. Dazu kommen weitere Einkommensquellen, etwa Zuschüsse oder Nebenerlöse.
Hier zahlt sich Sorgfalt aus. Ein Umsatz, der nur auf einer vagen Annahme beruht, verzerrt das gesamte Ergebnis. Es hilft, die Erträge aus Erfahrungswerten der Vergangenheit abzuleiten und nicht aus Wünschen. Wer sehr optimistisch plant, sollte daneben eine vorsichtige Variante rechnen.
Schritt 2: Kosten vollständig erfassen
Dann werden die Kosten erhoben, und zwar vollständig. Man unterscheidet direkte und indirekte Kosten.
- Direkte Kosten hängen unmittelbar an einem Produkt oder einer Leistung. Dazu zählen Material und die Arbeitszeit, die direkt in die Erstellung fließt.
- Indirekte Kosten entstehen unabhängig davon, ob im Einzelfall etwas verkauft wird. Dazu gehören Verwaltung, Miete, Versicherungen und die Betriebskosten allgemein.
Der häufige Fehler ist, nur die direkten Kosten zu sehen. Wer Material und Fertigung rechnet, aber Verwaltung und Gemeinkosten vergisst, hält eine Leistung für rentabel, die es nicht ist. Deshalb gehört zu jeder Rentabilitätsplanung eine Kostenübersicht, die über einen längeren Zeitraum gepflegt wird. Eine jährliche Aufstellung zeigt, welche Kostenblöcke steigen und wo sich Trends abzeichnen.
Schritt 3: Gewinn und Rentabilität berechnen
Aus der Gegenüberstellung entsteht der Gewinn: Erträge minus Gesamtkosten. Der Gewinn allein sagt aber noch nichts über die Rentabilität. Die ergibt sich erst im Verhältnis zu den eingesetzten Mitteln.
Dazu wird der Gewinn durch die eingesetzten Ressourcen geteilt und das Ergebnis in Prozent ausgedrückt. Was als Ressource gilt, hängt von der Fragestellung ab: das eingesetzte Kapital, die investierte Arbeitszeit oder der Materialeinsatz. Je nachdem, worauf man den Gewinn bezieht, erhält man eine Kapital-, eine Umsatz- oder eine andere Rentabilitätskennzahl. Wichtig ist, dass die Bezugsgröße einmal festgelegt und dann beibehalten wird, sonst sind Zeitvergleiche wertlos.
Schritt 4: Ergebnisse auswerten
Die Zahlen sind erst der Anfang. Ausgewertet wird, ob die erreichte Rentabilität ausreicht, um die eingesetzte Arbeit und das gebundene Kapital zu rechtfertigen. Reicht sie nicht, folgt die Frage nach den Ursachen: zu niedrige Preise, zu hohe Einzelkosten, ausgelastete oder unausgelastete Bereiche.
Die Auswertung nach Bereichen ist oft aufschlussreicher als die Gesamtrechnung. Sie zeigt, welche Sparte trägt und welche nur mitläuft. Auf dieser Grundlage lassen sich Preise anpassen, Prozesse straffen oder Leistungen aufgeben.
Von der Rechnung zur Steuerung
Eine einzelne Rentabilitätsrechnung veraltet schnell. Ihr Wert entsteht, wenn sie regelmäßig wiederholt und mit den eigenen Zielen verknüpft wird. Wer Einnahmen und Ausgaben laufend erfasst, kann die geplanten Rentabilitätskennzahlen mit den tatsächlichen vergleichen und früh nachsteuern. Damit wird aus dem Rechnen ein Steuerungsinstrument.
Gerade in kleineren Unternehmen fehlt oft die Routine dafür. Der laufende Betrieb lässt wenig Raum, und die Zahlen werden lieber nachgehalten als gesteuert. Dabei ist der Aufwand überschaubar, wenn Abläufe und Zuständigkeiten einmal geordnet sind. Erkennen Sie im ersten Schritt, welche Kennzahl für Ihr Geschäft die richtige ist, und halten Sie sie in festen Abständen nach.
Wenn Planung und Steuerung im Unternehmen belastbar werden sollen, unterstützen wir Sie dabei: von der Aufstellung aussagekräftiger Kennzahlen über die wiederkehrende Rentabilitätsrechnung bis zur Verzahnung mit Kostenübersicht und Budget. Sprechen Sie uns gern an.
