Liquidität – Cash ist King

Liquidität – Cash ist King

„Cash ist King“ – nicht nur ein geflügeltes Wort und eine Singapur-Hong Kong-TV-Serie aus dem Jahr 2002, sondern auch das Motto von Banken und Investoren. Diese beurteilen die finanzielle Gesundheit eines Unternehmens über die Liquiditätslage. Wie Sie Ihre Liquidität einfach sichern können, lesen Sie in diesem Artikel.

Liquidität und deren Bedarf der Vergangenheit prüfen

Am besten verschaffen Sie sich einen Überblick, in dem Sie die Kontoauszüge der letzten 12 Monate zur Hand nehmen. Hatten Sie genug Liquidität, so dass Sie immer alle Rechnungen Ihrer Lieferanten bezahlen konnten? Konnten Sie bei allen Eingangsrechnungen den Skonto-Rabatt nutzen? Wenn Sie diese Fragen mit Ja beantworten können, klasse! Hatten Sie in der Vergangenheit bereits Liquiditätsengpässe, dann müssen Sie schnell handeln.

Prüfen Sie jetzt, welche Zahlungen (Einnahmen und Ausgaben) in den kommenden 12 Monaten auf Sie zukommen. Sind Preisanpassungen auf Zuliefererseite zu erwarten, die den Kostendruck steigen lassen? Haben Sie genug Kunden in der Akquise? All diese Faktoren beeinflussen Ihre Liquidität!

  • Wenn Ihre Umsätze steigen oder sinken, dann sollten Sie unbedingt in Ihrer BWA prüfen, welche Kostenpositionen optimiert werden können. Auch wenn Sie mehr Umsatz machen bedeutet das nicht automatisch, dass Sie mehr Geld auf dem Konto haben. Im Handel sind z. B. größere Warenbestände vorzufinanzieren. Dies hat wiederrum Einfluss auf die Liquidität.
  • Haben Sie Personal eingestellt oder betriebliche genutzte Güter angeschafft verursacht auch das einen Mehr- oder Minderbedarf. Prüfen Sie vor der Anschaffung genau, ob sie tatsächlich notwendig ist.
  • Schauen Sie einmal in Ihr Anlageverzeichnis und prüfen Sie, welche Wirtschaftsgüter schon abgeschrieben sind. Begutachten Sie den technischen Zustand und wägen Sie ab, ob und wann eine Ersatzbeschaffung notwendig wird.
  • Haben Sie laufende Kredite? Prüfen Sie, welche jährlichen Zins- und Tilgungszahlungen fällig werden. Denken Sie über eine Umschuldung nach.
  • Konnten Sie in der Vergangenheit genügend Rückstellungen für zu erwartende Einkommenssteuerzahlungen bilden? Denken Sie daran: das Finanzamt kommt mit Sicherheit.

Sinnvoll ist eine Liquiditätsrückschau und –vorschau im vierten Quartal eines Geschäftsjahres. Erfahrungsgemäß scheuen viele Unternehmer die richtige Planung und denken, dass der Steuerberater diese übernimmt. Doch Vorsicht – das ist ein Trugschluss. Ihr Steuerbüro bucht auf Grund der von Ihnen eingereichten Belege. Die Vorausplanung gehört in den Bereich der Unternehmensführung und damit nicht zu den Aufgaben eines Steuerberaters oder Buchführungsdienstleisters.

Mein Tipp: Laden Sie sich ein einfaches Excel Tool zur Liquiditätsplanung herunter. Bei Fragen dazu, können Sie gern mit uns Kontakt aufnehmen.

Renner-Kunden stärken und Penner-Kunden an die kurze Leine nehmen.

  • Roherträge pro Kunde prüfen: Wie produktiv sind sie eigentlich mit Ihrem Unternehmen? Schauen Sie sich einmal die Rohertragsquoten pro Kunde an (Rohertrag x 100 / Gesamtleistung). Der Rohertrag ist der Rest, der nach Abzug von Material und Bezugskosten übrigbleibt. Die Roherträge sind natürlich von Branche zu Branche verschieden. Je höher er bei den einzelnen Kunden ist, desto besser. Sie stützen damit die Einnahmenseite Ihres Unternehmens. Die Rohertragsquote ist natürlich nur eine von vielen individuellen Kennzahlen, die Ihnen helfen können, Ihre Unternehmen auf Kurs zu halten. Für individuelle Fragen, nehmen Sie doch einfach Kontakt mit uns auf.

 

  • Schnelligkeit der Kunden-Zahlung: Behalten Sie die Geschwindigkeit der Geldeingänge im Auge. Wenn Ihre Kunden spät zahlen, bedeutet das, dass Sie für Ihre Kunden „Bank spielen“. Denken Sie an folgende Reihenfolgen: An- oder Vorauszahlung, Barzahlung, Zahlung per Kredit- oder Giro-Karte, Rechnungszahler mit Skonto-Nutzung, Rechnungszahler nach Mahnung. Sie können Ihre Liquiditätslage verbessern, indem Sie in dieser Reihenfolge „Kasse“ machen.

 

Der Gewinn liegt im Einkauf

Versuchen Sie beim Einkauf immer mit Skonto zu zahlen. Ein Lieferantenkredit, ist immer teurer, wenn Sie restlos alle Zahlungsziele ausnutzen.

Beispiel: Ihre Einkaufsrechnung beim Lieferanten beträgt 10.000 €. Die Zahlungskondition ist 2% Skonto, 30 Tage netto. Zahlen Sie mit Skonto, dann überweisen Sie 9.800 €. Zahlen Sie erst nach 30 Tagen, hat Ihnen der Lieferant 30 Tage lang Kredit über 200 € gewährt. Dies ist der Zins, bezogen auf 9.800 €. Auf einen Monat gerechnet sind das ca. 2,2 Prozent, auf ein Jahr 27,43 Prozent Zinsen. Selbst ein Kontokorrentkredit ist da günstiger.

Mein Tipp: Nutzen Sie den Lieferantenkredit nur, wenn Sie selbst kein Geld mehr von der Bank bekommen sollten. In jedem anderen Fall lohnt sich das Gespräch mit der Bank. Gern stehen wir Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

Nicht alle Lieferanten, gerade wenn Sie bei kleineren Zulieferern oder international einkaufen, gewähren Ihnen Skonto. Versuchen Sie mit diesen vorher die Zahlungsfristen zu verhandeln. Schieben Sie Ihre Zahlung 30, 60 oder 90 Tage hinaus. So erhalten Sie sich auch Ihre Liquidität.

Wenn es branchenüblich und möglich ist, können Sie auch die Lieferantenware in Kommission nehmen. Hier wird Ihr Konto erst im Fall eines Verkaufs belastet. In jedem Fall sollten Sie Ihren Lagerbestand ständig im Auge behalten. Kaufen Sie Material erst ein, wenn Sie es wirklich benötigen. Wenn Sie das nächste Mal durch Ihr Lager gehen, stellen Sie sich die vielen Euro-Scheine vor, die dort „auf Halde“ liegen.

Eigenkapital ist das Salz in der Suppe

Sie sollten in guten Zeiten Rücklagen bilden. Diese können Sie bei einer Durststrecke ins Unternehmen einbringen, so dass Sie nicht sofort zur Bank gehen müssen. Natürlich bieten sich noch andere Wege an. So können Sie auch einen stillen Teilhaber in Ihr Unternehmen aufnehmen, der Kapital zuführt.

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